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Sonne. Aussicht. Internationale Freundschaften. Und mittendrin 18 Jugendliche aus Siebenbürgen-Rumänien, Kanada, den USA und Deutschland. Beim Föderationsjugendlager der Siebenbürger Sachsen stand am 1.7.2026 ein Tag auf Schloss Horneck auf dem Programm – und der hatte deutlich mehr zu bieten als eine klassische Schlossführung.

Los ging’s auf dem Michaelsberg mit einem herzlichen „welcome“ von Heidi Mößner der Vorsitzenden des Siebenbürgischen Kulturzentrum Schloss Horneck e.V. Von dort oben liegt Schloss Horneck fast wie auf einer Postkarte: der Neckar, die Weinberge und die historische Altstadt inklusive. Der perfekte Start, um gemeinsam anzukommen, Fotos zu machen und sich auf den Tag einzustimmen.

Auf der Schlossterrasse wartete schon die nächste Überraschung liebevoll hergerichtet von der Sekretärin des Siebenbürgischen Kulturzentrums Schloss Horneck Elke Gaber und dem Schlosshotel. Bei Brezeln, frischem Obst, Gemüse und leckeren Aufstrichen wurde erst einmal geplaudert. Deutsch, Englisch und sogar siebenbürgisch-sächsische Mundart wechselten sich ganz selbstverständlich ab. Genau so fühlt sich internationale Gemeinschaft an.

Hinter den Kulissen: Im Siebenbürgen-Institut durften die Jugendlichen historische Bücher und originale Dokumente bestaunen. Dr. Ingrid Schiel, Geschäftsführerin des Siebenbürgen-Instituts, nahm die Jugendlichen mit in den Lesesaal der Bibliothek. Dort präsentierte sie ausgewählte Kostbarkeiten aus Archiv und Bibliothek. Mit großer Begeisterung berichtete sie über die vielfältige Arbeit des Instituts, das seit Jahrzehnten das kulturelle Erbe der Siebenbürger Sachsen bewahrt und wissenschaftlich erschließt. Aus einer kurzen Führung wurde schnell eine Fragerunde – denn die Neugier war groß.

Spannendes im Lesesaal der Siebenbürgischen Bibliothek auf Schloss Horneck: Interessierte Fragen der
FöJuLa-Teilnehmenden an Dr. Ingrid Schiel, Geschäftsführerin des Siebenbürgen-Instituts

 

Geschichte zum Anfassen gab es anschließend bei der Schlossführung mit Dr. Horst Müller (Schatzmeister und ehrenamtlicher Schlossführer des Siebenbürgischen Kulturzentrums Schloss Horneck). Er erläuterte die wechselvolle Vergangenheit des Schlosses, seine früheren und heutigen Besitzer sowie Wissenswertes über den Deutschen Orden, Wappen, Insignien und weitere historische Besonderheiten. Darüber hinaus führte er die Gruppe in die Übernachtungszimmer „Kronstadt“ und „Schäßburg“, stellte deren besondere Gestaltung vor und hob die Bedeutung der gespendeten Einrichtung sowie das Engagement der Förderer hervor, die zur Ausstattung der Räume beigetragen haben.

Anschließend führte Heidi Mößner die Teilnehmenden zu den Themenwänden, die Siebenbürgen im gesamten Siebenbürgischen Kulturzentrum veranschaulichen. Sie erläuterte die Hintergründe des Spendenprojekts und erklärte, wie die thematischen Darstellungen zu den Karpaten, der Industriegeschichte, den Raketenpionieren, den Kirchenburgen Siebenbürgens und weiteren mehr entstanden sind. Natalie Bertleff, Bundesvorsitzende der Siebenbürgisch-Sächsischen Jugend in Deutschland präsentierte schließlich das von der Siebenbürgisch-Sächsischen Jugend gestiftete Gästezimmer und berichtete über die Entstehung der Spendenaktion sowie das Engagement der Jugend für Schloss Horneck.

Einer der schönsten Momente entstand völlig spontan. Im Festsaal setzte sich ein Teilnehmer aus den USA an den Flügel und begann aus seinem klassisch-modernen Repertoire auswendig zu spielen. Kurz darauf erklang das Siebenbürgenlied – begleitet von einem weiteren Jugendlichen und gesungen von der gesamten Gruppe. Ein Gänsehautmoment, den niemand geplant hatte.

Auch das Siebenbürgische Museum begeisterte mit spannenden Geschichten über Weinbau, Kirchenburgen, Nachbarschaften und das Leben der Siebenbürger Sachsen. Museumsleiter Dr. Markus Lörz führte die internationale Gruppe in englischer Sprache kenntnisreich durch die Ausstellung und den zahlreichen Zeugnissen siebenbürgisch-sächsischer Kulturgeschichte. Die Zeit verging wie im Flug.

Zum Abschluss wartete noch ein echtes Abenteuer: der historische Felsenkeller. Zwischen dicken Steinmauern erzählte Dr. Horst Müller von vergangenen Jahrhunderten. Als für einen Moment das Licht erlosch, wurde Geschichte plötzlich ganz unmittelbar erlebbar. Schon wieder ein Gänsehautmoment.

Zurück auf der Schlossterrasse gab es schließlich noch eine kleine Überraschung: liebevoll gestaltete Ausmalpostkarten von Schloss Horneck von der Kulturreferentin für Siebenbürgen als Erinnerung an einen Tag voller Begegnungen, Geschichte und Gemeinschaft.

Eines stand am Ende für alle fest: Ein Besuch reicht eigentlich nicht aus. Schloss Horneck hat noch viele Geschichten zu erzählen. Deshalb lautet die herzliche Einladung an alle Teilnehmenden, mit ihren Familien und Freunden wiederzukommen – und sich beim nächsten Mal noch mehr Zeit für Schloss Horneck und seine einzigartigen siebenbürgischen Einrichtungen zu nehmen.

Ein herzlicher Dank gilt Elke Gaber und Dr. Horst Müller für die engagierte Begleitung der Gruppe während des gesamten Tages, Dr. Ingrid Schiel und dem Siebenbürgen-Institut für die spannenden Einblicke in Bibliothek und Archiv sowie Dr. Markus Lörz und dem Siebenbürgischen Museum für die eindrucksvolle Führung. Ebenso danken wir Dr. Heinke Fabritius, Kulturreferentin für Siebenbürgen, für den gelungenen Abschluss und die schönen Erinnerungspräsente.

Heidi Mößner

 

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