Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur dringend notwendigen Sanierung des historischen Daches von Schloss Horneck ist geschafft: Das Siebenbürgische Kulturzentrum „Schloss Horneck“ e.V. hat in seiner Funktion als Eigentümer des Schlosses über das Landesamt für Denkmalpflege einen Antrag im Denkmalschutz-Sonderprogramm bei dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) eingereicht. Damit ist eine weitere wichtige Voraussetzung geschaffen, um die Sanierung des barocken Dachstuhls, der überwiegend aus den Jahren 1724 bis 1734 stammt, auf den Weg zu bringen.
Der Antrag ist das Ergebnis monatelanger intensiver überwiegend ehrenamtlicher Arbeit. Unter maßgeblicher Beteiligung von Heidi Mößner, Dr. Axel Froese und den Architekten Peter Schell und Johannes Pulm wurden die umfangreichen Unterlagen zusammengestellt und die planerischen und finanziellen Grundlagen für den Antrag erarbeitet. Hon.-Prof. Dr. Konrad Gündisch hat mit seinem Fachwissen und wichtigen strategischen Hinweisen zum Antrag beigetragen.
Die Begehung durch Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg (LAD-BW) auf Schloss Horneck im Juli 2026 verlief sehr positiv. Die Vertreter des LAD-BW zeigten sich angenehm überrascht über die Ergebnisse der vorangegangenen Arbeiten, die Dr. Axel Froese präsentieren konnte. Man sei sehr gut vorbereitet, so hieß es und das LAD wird Schloss Horneck bei der BKM als nationales Denkmal von höchstem Rang einstufen lassen – eine Grundbedingung für eine Förderzusage des Bundes. Die detaillierten vor-restauratorischen Untersuchungen der geplanten Dachsanierung, aber auch die gesamte Schlosssanierung unter der Leitung von Architekt Schell und Dr. Froese, haben Eindruck und große Anerkennung hinterlassen. Das Buch über die Geschichte von Schloss Horneck von „unserem“ Konrad Gündisch sei die einzige, zusammenhängende geschichtliche Dokumentation, die bisher existiert. Das Buch liegt nun im Archiv des LAD.
Innenansicht eines kleinen Teils des rund 2.500 Quadratmeter großen Dachstuhls von Schloss Horneck. Foto: Arno Drotleff
Das Ergebnis des erarbeiteten Antrags kann sich sehen lassen: rund 40 Seiten, davon allein rund 15 Seiten detaillierte Baukosten-Berechnungen. Jedes auszuführende Baugewerk wird definiert und mit Kostenschätzungen hinterlegt, insgesamt ca. 450 Positionen, aus denen sich die Fördersumme von Bund und Land ableiten. Umfangreiches Bildmaterial dokumentiert den Sanierungsbedarf des Dachstuhls und des Dachaufbaus. Grundlage der Förderung sind die im Jahr 2025 abgeschlossenen bauhistorischen, vor-restauratorischen, holztechnischen und statischen Untersuchungen der barocken Dachlandschaft. Nach derzeitiger Kostenberechnung beläuft sich das Gesamtvolumen der Maßnahme auf einen mittleren einstelligen Millionenbetrag. Zu erwähnen ist der große, kompetente ehrenamtliche Einsatz von Heidi Mößner und Dr. Axel Froese: Tage, Nächte und viele Stunden konzentrierter Berechnungen, viele Termine und Begehungen vor Ort, viele Onlinemeetings von zwei in Vollzeit berufstätigen Menschen. Chapeau! Gleichwohl wichtig, die Arbeit von Architekt Peter Schell, der immer wieder über sein Honorar heraus bereit war, sich für Schloss Horneck einzusetzen. Ihnen allen gilt der Dank der siebenbürgisch-sächsischen Gemeinschaft. Mit dem Antrag ist noch keine Förderzusage verbunden. Die tatsächliche Förderung wird einen Großteil der Kosten nicht abdecken – ein erheblicher Eigenanteil wird also nötig sein. Daher kommt es schon jetzt auf die solidarische Unterstützung der siebenbürgisch-sächsischen Gemeinschaft ebenso an wie auf das Engagement von Spendern, Großspendern, Unternehmen, Stiftungen oder Erbschaften. Parallel zum Förderantrag beim Bund laufen die Bemühungen um weitere finanzielle Unterstützung über die Stiftung Denkmalschutz Baden-Württemberg. Bei der Vorbereitung des Antrags haben wertvolle Kontakte und Gespräche dazu beigetragen, das Anliegen von Schloss Horneck auf verschiedenen Ebenen sichtbar zu machen und Unterstützung für das Vorhaben zu gewinnen. Besonders zu erwähnen ist das Unterstützungsschreiben von Alexander Throm, Mitglied des Bundestags, sowie die Beratung von Dr. Bernd Fabritius, dem Beauftragten der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und Nationale Minderheiten und den Gesprächen mit weiteren Politikern. Ein besonderer Dank dafür gilt Rainer Lehni, Michael Konnerth und Ines Wenzel, die durch ihre Kontakte dazu beigetragen haben, das Vorhaben auf politischer Ebene zu begleiten.
Nun heißt es Daumen drücken! Die Förderentscheidungen des Bundes und des Landes Baden-Württemberg erwarten wir voraussichtlich im ersten Quartal 2027. Erst wenn die Gesamtfinanzierung des Bauvorhabens sichergestellt ist – inklusive der benötigten Eigenmittel des Siebenbürgischen Kulturzentrums „Schloss Horneck“ e.V. – kann die Dachsanierung frühestens Ende 2027 beginnen.
Mit dem eingereichten Förderantrag ist ein sehr wichtiger Meilenstein erreicht. Der nächste Schritt liegt bei den Fördergebern – und zugleich bei der gesamten siebenbürgisch-sächsischen Gemeinschaft. Dieses ist eine einmalige Gelegenheit für diese Dachsanierung.
Es hat deshalb höchste Priorität, das Siebenbürgische Kulturzentrum „Schloss Horneck“ e.V. nachhaltig zu unterstützen. Der zahlenmäßig kleine Verein hat zurzeit mehrere große Herausforderungen im Ehrenamt zu meistern: lebendiges Kulturleben zu gestalten, das Schloss als Denkmal und Identifikationsort zu erhalten und die gesamten Arbeiten für die Dachsanierung zu koordinieren. Die finanzielle Verantwortung kann nur die gesamte siebenbürgisch-sächsische Gemeinschaft tragen.
Die gute Nachricht: Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten des 300 Jahre alten Dachstuhls sind die nächsten 300 Jahre des Schlossdachs und des Schlossgebäudes für alle siebenbürgischen Institutionen auf Schloss Horneck gesichert. Ziel ist es mit der Dachsanierung, das Schloss als Zentrum siebenbürgisch-sächsischer Kultur und Geschichte in Deutschland für viele nächste Generationen zu erhalten.
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